Siedler von Catan

 

Design-Spielbretter (insg. 6 EA) wurden designed  und hergestellt von Michael Göhler

Spieler Alter Dauer Autor Firma Glück Taktik Spiel des Jahres
 3-4 ab12   Klaus Teuber Kosmos     1995

Auf dem Bild seht Ihr sowohl Siedler als auch die Zusatz-Packs, bis auf Historische Szenen 2.

Nicht zu sehen sind die Erweiterungen für je 5 und 6 Spieler


Besitzen Sie eine Portion Schlauheit, ein glückliches Händchen und gutes Verhandlungsgeschick? Dann sind Sie reif für die Insel. Eine solche verbirgt sich nämlich hinter dem Namen Catan. Drei oder vier Spieler versuchen die Insel zu besiedeln und möglichst die Vormachtstellung zu erringen.

Das Spiel beginnt mit dem Aufbau der Insel aus mehreren sechseckigen Teilen entweder nach einem fest vorgegebenen Schema oder durch Umdrehen und Aneinanderlegen der zunächst verdeckten Teile nach einer festgeschriebenen Reihenfolge. Die zweite Variante erlaubt einen variablen Aufbau und somit eine Erweiterung der Möglichkeiten, sein Schicksal selbst zu bestimmen. Rund um die Insel werden schließlich noch zwei verschiedene Arten von Meerfelder verteilt, solche mit und solche ohne Häfen. Beim vorgegeben Aufbau erhält jeder der Spieler auf festen Positionen zwei Dörfer, dargestellt durch Häuschen aus Holz, und auf zwei je eine angrenzende Straße in Form von Holzstäbchen. Die sechseckigen Felder, die verschiedene Landschaften darstellen, werden ebenfalls nach einem festen Schema mit Zahlen versehen. Beim variablen Spielaufbau werden die Zahlen nach einer vorgegeben Reihenfolge auf die Landfelder verteilt. Anschließend darf man jeder der Spieler ein Dorf auf ein freies Feld setzen und eine Straße in beliebiger Richtung danebenlegen. Das zweite Dorf mit der angrenzenden Straße wird in umgekehrter Reihenfolge von den Spielern gelegt.

Von nun an verläuft das Spiel für beide Varianten gleich. Es wird mit zwei Würfeln gewürfelt. Alle Spieler, die eine Siedlung oder Stadt an einem Feld mit der entsprechenden Zahl liegen haben bekommen eine Karte, bzw. zwei Karten. Aus dem Wald erhält man Baumstämme, von der Weide Schafe, vom Ackerland Getreide, vom Hügelland Lehm und aus dem Gebirge Erz. Alle diese Rohstoffkarten braucht man, um Straßen, neue Siedlungen oder Städte zu bauen. Zunächst gilt es Holz und Lehm zu sammeln, um Straßen zu bauen, da die nächste Siedlung mindestens zwei Straßen von der vorhergehenden entfernt sein muß. Jedoch wird man die entsprechenden Karten zu Beginn selten allein durch Würfeln erhalten. Deshalb muß man Handel treiben. Entweder nach Vereinbarung mit seinen Mitspielern oder sehr teuer durch Seehandel. Dies geschieht entweder über die Häfen, wenn man dort eine Siedlung hat, oder durch Tausch von vier gleichen Rohstoffkarten gegen eine beliebige aus dem Vorratsstapel. Von den Häfen aus ist der Handel günstiger. Zwei verschiedene Arten von Häfen gibt es. Man darf dort entweder drei beliebige Rohstoffkarten gegen eine neue tauschen oder zwei eines bestimmten Symbols gegen eine neue. Außer zum Bauen können Rohstoffkarten auch zum Ziehen von Entwicklungskarten benutzt werden. Diese sind Ritterkarten, Fortschrittskarten oder Siegpunktkarten. Die Siegpunktkarten kann man zu den Punkten, die man für seine Siedlungen und Städte erhält, hinzuzählen. Wer 10 Punkte erreicht hat, gewinnt das Spiel. Weitere Punkte erhält man für die längste Handelstraße, wenn man als erster mindesten fünf Straßen in direkter Linie besitzt, oder mehr als der Vorbesitzer der Karte. Auch für die größte Rittermacht bekommt man Siegpunkte. Die entsprechende Karte erhält der, welcher als erster drei Ritterkarten aufdeckt oder mehr als der Vorbesitzer. Würfelt man eine Sieben, so wird man diese Zahl vergeblich auf dem Spielplan suchen. Dann wird es nämlich kriminell. Als besonderes Ärgernis für die Mitspieler mischt nämlich noch ein Räuber mit. Dieser muß bei einer Sieben oder beim Ausspielen einer Ritterkarte versetzt werden. Er blockiert dann das Feld, auf das er gesetzt wird, d.h. wird die Zahl dieses Feldes gewürfelt, erhält man für die angrenzenden Siedlungen und Städte keine entsprechenden Karten. Außerdem darf der Verursacher von einem beliebigen Mitspieler verdeckt eine beliebige Karte ziehen. Ganz besonders schlimm treibt es der Räuber natürlich mit den Reichen. Wer mehr als sieben Rohstoffkarten auf der Hand hat, muß die Hälfte davon als Steuer auf Catanisch an den Vorrat zurückgeben.

Jeder Zug eines Spielers läuft immer in drei Abschnitten ab. Zuerst werden die Rohstoffkarten ausgewürfelt, dann darf man Handel treiben und schließlich bauen. Entwicklungskarten, die man vor einem Zug auf der Hand hatte, dürfen zu jeder Zeit während des Zuges gespielt werden. Jedoch darf immer nur eine Karte ausspielen. Die Siegpunktkarten werden natürlich erst am Schluß aufgedeckt.

Wie man bereits aus der Schilderung des Spielablaufs sehen kann, handelt es sich bei den Siedlern von Catan um ein komplexes Spiel mit vielen Möglichkeiten. Selbst aus der vorgegebenen Startaufstellung heraus entwickelt sich jedes Spiel anders. Nach einem meist etwas langsamen Start entwickelt sich das Spiel zunehmend spannender und fesselt sicher alle, die gerne spielen. Es lohnt sich also, sich durch die etwas umfangreicheren Regeln zu beißen, die im übrigen in der Anleitung gut dargestellt sind. An diesem Spiel wird man sicher lange Spaß haben. Es hat somit den Titel Spiel des Jahres durchaus verdient.