Pfeffersäcke

Spieler Alter Dauer Autor Firma Glück Taktik Strategie
2-6 ab12 ca.90 Christwart Conrad  GoldSieber      


Pfeffersäcke, das 1998 auf der Spiel in Essen vom Goldsieber-Verlag vorgestellt wurde, ist ein taktisches Handelsspiel für 2 -6 Spieler. Thematik dieses Spiels ist der Handel im mittelalterlichen Deutschland um 1500. Dies illustriert auch der Spielplan, der eine Karte Deutschlands mit einem Netz von Handelsstraßen und Städten zeigt. Ziel des Spiels ist es, in möglichst vielen Städten und Gebieten Kontore zu eröffnen, und somit Handelsprivilegien und Monopole zu erhalten. 

Ein Spielzug eines Spielers sieht wie folgt aus: Er legt zunächst einen Marker (Werte von 2-7) auf eine Stadt, die den gleichen Wert wie der Marker besitzt. Dieser Wert gibt an, wie viele Kontore in dieser Stadt gebaut werden können. Der zweite Schritt ist Kontore erweitern und/oder Einnahmen kassieren. Hier entscheidet jeder Spieler für jede Stadt, an der er mit Kontoren beteiligt ist, ob er dort ein weiteres Kontor baut oder Einnahmen kassiert. Für jeden freien Platz in dieser Stadt gibt einen bestimmten Guldenbetrag. Danach erhält der Spieler in jeder Runde ein konstantes Grundgehalt (Höhe abhängig von der Spieleranzahl). Die nächste Aktion ist das Eröffnen eines neuen Kontors. Voraussetzung ist, daß er in dieser Stadt noch kein Kontor hat und das eine Verbindung über einen Handelsweg zu einer anderen Stadt, wo er bereits ein Kontor hat, besteht. Der Spieler zahlt den Betrag, der für die Überbrückung dieser Strecke auf dem entsprechenden Handelsweg ausgewiesen ist. Hierbei sind die Wege zwischen zwei großen Städten teurer als Wege über kleine Städte. In einer kleinen Stadt kann jedoch auch nur ein Kontor gebaut werden. 

Als letzte Aktion eines Zuges werden Einflusspunkte vergeben. Wer von diesen die meisten einheimst, gewinnt am Ende das Spiel. Einflusspunkte erhält man, wenn man in einer Stadt die absolute Mehrheit der Kontore gebaut hat. Man erhält dann die volle Punktzahl auf dem Marker und den Marker obendrein. Hat man nur eine einfache Mehrheit, bleibt immerhin noch die Hälfte der Punktzahl (Bei Gleichheit gewinnt der Spieler die Punkte, der zuerst in der Stadt ein Kontor gebaut hat). Außerdem gibt jeweils einen Einflusspunkt für jedes Kontor in einer kleinen Stadt. Achtung! Das Spiel endet sofort, wenn alle kleinen Städte mit Kontoren besetzt sind. Vorteile kann man sich in diesem Spiel verschaffen, wenn man seine zwei Geleitbriefe einsetzt. Diese verdoppeln verschiedene Aktionen, z.B. zwei Häuser in einer Stadt bauen, doppelte Einnahmen für alle Städte kassieren oder zwei Kontore eröffnen. Das Spiel bietet darüber hinaus eine Reihe von taktischen Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Abschneiden von Wegen für die Mitspieler durch gezieltes Bauen von Kontoren. 

Kommen wir zur Endabrechnung: Das Spiel endet, wenn alle Stadtmarken vergeben wurden, in allen kleinen Städten Kontore eröffnet wurden oder eine Runde lang kein Spieler mehr ein Kontor eröffnet hat. Zu den bereits durch Stadtmarken oder Kontore erhaltenen Einflusspunkten kommen jetzt für jedes Gebiet (max. 10), in dem man mit mindestens einem Kontor vertreten ist, noch einmal je 2 Punkte dazu. Schließlich erhält man für das übrig gebliebene Geld noch Punkte. Pro volle 20 Gulden gibt es noch einen Einflusspunkt. Pfeffersäcke ist ein spannendes, unterhaltsames Spiel, das seinen größten Spielreiz bei 4 bis 5 Spielern entwickelt. Das Spielmaterial und der Spielplan sind sehr ansprechend. Auch die Spieldauer bleibt mit ca. 90 Minuten im vertretbaren Rahmen. Leider tauchte dieses sehr schöne Spiel nicht auf der diesjährigen Auswahlliste zum Spiel des Jahres 1999 auf, wo es meiner Meinung nach auf jeden Fall hätte erscheinen müssen. Aber prämiert oder auch nicht prämiert, Pfeffersäcke zu spielen, lohnt sich!