Druiden Walzer

| Spieler | Alter | Dauer | Autor | Firma | Glück | Taktik | Strategie |
| 2 | ab 12 | 35 | Michael Rieneck | Kosmos |
Hier haben wir ein schön gestaltetes Spiel für zwei Personen, das eine stimmige Spielidee besitzt und diese sehr gut in Regeln und Material übertragen hat. Worum geht es? Die Oberdruiden des keltischen Mond- und des Sonnenkultes versuchen, in einem Wettstreit herauszufinden, wessen Kult der bessere ist. Dazu stehen ihnen drei Druiden des eigenen Kultes und viele Waldgeister zur Verfügung. Ausgetragen wird der Wettstreit an je vier Bäumen, an denen die eigenen Druiden stehen und um die die Baumgeister tanzen. Die gleichfarbigen Druiden der beiden Gegnerkulte vergleichen in einer Runde die Stärke der an ihren Bäumen befindlichen Baumgeistern miteinander. Der Verlierer muss ein Kultzeichen des Gegners an seinem Baum anbringen. Bei sechs angebrachten Kultzeichen geht der Baum zum Gegnerkult über, und nach dem zweiten verlorenen Baum steht der Verliererkult fest.
Das Spielfeld besteht u.a. aus einer Reihe von je vier Baumkarten, die entweder die Sonnen- oder die Nachtansicht einer Eiche, Birke, Buche oder eines Ölbaums zeigen. Darauf platziert werden die drei Druiden eines Kultes und davor ein Stapel eigener Baumgeister gelegt, von denen nur die oberste Karte offen zu sehen ist. Drei Baumgeister bilden die Kartenhand des Oberdruiden, die restlichen Baumgeister werden als Nachziehstapel bereit gelegt. Die Spielrunde ist einfach: Jedem Spieler stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung, von denen eine ausgeführt werden darf: Druidenwalzer, Druidensprung und Rückzug eines Baumgeistes. Letztere ermöglicht die Wegnahme eines Baumgeistes mit niedriger Stärke von der Hand oder von einem eigenen Stapel, die zweite den Wechsel eines Druiden von einem angeschlagenen Baum zu einem sichereren, und die erste stellt wohl die häufigste Aktion in diesem Spiel dar. Beim Druidenwalzer legt der Spieler einen Baumgeist aus seiner Hand auf einen Baumgeisterstapel seines Kultes und veranlasst so alle gleichstarken Baumgeister, in der auf der abgelegten Karte angegebenen Richtung zu einem neuen Baum zu tanzen. Die Entfernung wird dabei über die Anzahl der Symbole auf dem Baum festgelegt, auf dessen Stapel der Spieler die Karte abgelegt hatte. Stand auf diesem Baum ein Druide, so nimmt dieser an dem jetzt stattfindenen Kräftemessen nicht teil.
Die gegnerischen Druiden gleicher Farbe vergleichen die Werte der oberen Baumgeisterkarten (reichen von 1 bis 5) miteinander, der Gewinner darf auf dem gegnerischen Baum ein Kultzeichen - eine Sonne oder einen Mond -anbringen, verliert dafür aber den erfolgreichen Baumgeist. Sind alle drei Handkarten ausgespielt, wird verdeckt nachgezogen. Einen Baum kann man nicht nur durch zu viele gegnerische Kultzeichen verlieren, sondern auch dann, wenn man es nicht schafft, am Ende einer Runde einen Baumgeist an diesen Baum tanzen zu lassen, so dass er ohne dasteht. Hat man zwei Bäume verloren, ist damit auch das Spiel verloren. Ich habe dieses Spiel mehrfach gespielt und bin von der Stimmung und der Spielgestaltung sehr überzeugt. Die Regeln sind klar erklärt, und das Regelheft liefert ein paar Hintergrundinformationen zur Spielidee, was nie schadet. Man kann sich eine Menge Gedanken zur Tanzrichtung und -weite, zu den verdeckten Baumgeisterkarten und zu den Gegnerzügen machen, aber es ist und bleibt ein ruhiges Spiel, eben ein sagenhafter Kartentanz. Wer mehr Taktik oder Nervenspannung erwartet oder bevorzugt, sollte vielleicht lieber zu Caesar und Cleopatra, Lost Cities oder Kahuna greifen. Aber so war dieses Spiel ja wohl auch nicht gedacht.